NEWS





Die erste Hörhilfe 2.1.07

John Zorn

"Bar Kokhba" (Tzadik 7108)
Mark Feldman, Erik Friedlander, Greg Cohen, Marc Ribot, Anthony Coleman, David Krakauer, John Medeski, Mark Dresser, Kenny Wollesen, Chris Speed, Dave Douglas

"Filmworks V – Tears of Ecstasy" (Tzadik 7307)
Robert Quine, Marc Ribot, Cyro Baptista, John Zorn

"Filmworks VI – 1996" (Tzadik 7308)
Marc Ribot, Greg Cohen, Cyro Baptista, John Zorn, Mark Feldman, Erik Friedlander, Ikue Mori u.a.

"Masada 7 – Zayin" (DIW 915)
John Zorn, Dave Douglas, Greg Cohen, Joey Baron

Es gibt verschiedene Techniken, das Verstreichen der Zeit zu dokumentieren. Manche Leute führen Tagebuch, andere kleben Fotoalben, wieder andere sammeln Jazz-Magazine. John Zorn hat seine eigene Methode: Er nimmt CDs auf. Speziell die Zeit vom 1. März bis 16. Juli 1996 hat er durch Studioaufnahmen ziemlich komplett nachvollziehbar gemacht. Den Rahmen bilden die saitenlastigen Miniaturen für einen Experimentalfilm über Pawlows Experimente sowie vier ironisch-bluesige Nummern für einen Spielfilm – zu hören auf "Film Works VI". Hier kann man gleichsam die Schnitt-Frequenz der Filme nachvollziehen und ist damit ganz nah an der dramaturgischen Quelle aller Zorn-Musik. Auch die Doppel-CD "Bar Kokhba" wurde von einem Film inspiriert – "Die Kunst des Erinnerns" über Simon Wiesenthal. Das erweiterte Masada-Konzept (mit Klavier, Streichern, Gitarre, Klarinetten in wechselnden kleinen Gruppen) krönt vorläufig Zorns größenwahnsinniges Unternehmen, alle Jazz-Formeln auf jüdische Skalen zu transferieren. Obwohl auf "Bar Kokhba" auch psychedelische Zorn-Töne ins Spiel kommen, hat sich am Konzept des Quartetts Masada wenig geändert, wie "Zayin" (Sieben) beweist: kurzweilige Jewish Moods von nostalgisch bis frei. Die "Film Works V", schon 1995 entstanden, verwöhnen uns schließlich mit 48 gitarristischen Miniaturen in der von Naked City bekannten Bandbreite zwischen Südsee und Schwermetall. Bleibt noch anzumerken, dass Zorn im September 96 schon wieder im Studio war: Sein Drummer Kenny Wollesen sollte ein paar Tracks auf "Bar Kokhba" nochmals überarbeiten. Das Meisterwerk in erster Version ist also bereits heute ein Sammlerstück. Aber auf eine Zorn-Variante mehr oder weniger kommt es ja nicht an.

Publiziert in Jazz thing 17 (Februar 1997)

© 1997, 2007 Hans-Jürgen Schaal


Bild

20.01.2018
Thomas J. Krebs über den DENIS-GÄBEL-Auftritt: "Die Germeringer Jazzreihe JAZZ it! eröffnete das Jahr 2018 am vergangenen Freitag mit einer hochkarätigen deutschen Jazz-Formation. Beeindruckend, wie homogen die vier Musiker interagieren zu den harmonisch ausgefeilten Kompositionen aus der Feder des Bandleaders, mit fein gesponnenen Themen, groovigen Elementen und inspirierten Improvisationen" (Jazzzeitung.de).

19.01.2018
Jörg Konrad über das DENIS GÄBEL Quartet in Germering: "Swingender Mainstream, der, exzellent gespielt, nun wirklich nichts von einem 'alten Hut' hatte. Musik aus einem Guss, die einen der vielleicht interessantesten Jahrgänge im Germeringer Jazzgeschehen einläutete" (kultkomplott.de).

14.01.2018
15.01., 22.04 Uhr, WDR 3 Jazz & World: Der Klarinettist PEE WEE RUSSELL

14.01.2018
Über das DENIS GÄBEL Quartet in Germering: "Lebendiger Jazz vom Allerfeinsten. Die Stadthalle ist mit einem Paukenschlag in die neue Jazz-Saison gestartet. Es war eine Demonstration dessen, welche musikalische Kraft und Vielfalt Jazz ein gutes Jahrhundert nach der ersten verbürgten Dokumentation auf Schallplatte erreicht hat" - Klaus Greif (Münchner Merkur)

mehr News

© '02-'18 hjs-jazz.de