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Die dreizehnte Hörhilfe 3.6.07

Underkarl

"Jazzessence" (TCB)
Nils Wogram, Lömsch Lehmann, Frank Wingold, Sebastian Gramss, Dirk Peter Kölsch

Die CD verspricht die Essenz des Jazz, und die liefert sie auch: konzentriert und ätzend wie Salzsäure. Was das deutsche Quintett Underkarl auf seiner zweiten Scheibe anstellt, wird zum vergnüglichen Horrortrip durch die Innenwelt eines Jazzmaniacs. In 29 Miniaturen wird die Jazzgeschichte kaleidoskopartig zerspiegelt, alptraumhaft verzerrt, phantasievoll verfremdet und hochvirtuos umstrukturiert. Der Streifzug geht kreuz und quer von Duke Ellington zu Jimi Hendrix, von Charles Mingus zu Albert Mangelsdorff und macht vor keiner Respektlosigkeit halt. Da wird mit Themen und Rhythmen jongliert, werden Samples und historische Soli verwurstet, Parodien münden in neuartige Klangmuster, Altbekanntes wird im Musizieren zerpflückt und analysiert. In den hungrigen Schlund dieser Collage passen auch noch Aebersolds Übungsplatten und die Anregungen eines defekten CD-Spielers. Nichts zum Träumen und Entspannen, aber vielleicht eines der letzten großen dadaistischen Abenteuer.

Veröffentlicht in Scala 3/1999

© 1999, 2007 Hans-Jürgen Schaal


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22.10.2020
Samstag, 24.10.: der Radio-Abend 20.15-21.00 NDR Info: Jazzmusiker spielen Beethoven 22.03-23.00 SWR2 Jazztime: Thad Jones

06.10.2020
09.10., NDR Info, 22.05 Uhr: JAZZ SPECIAL "ORIENTAL BLUE": Zum 100. Geburtstag von YUSEF LATEEF

06.10.2020
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Über FLORIAN ARBENZ in Germering: "Allen Umständen zum Trotz ein großartiges Konzert. Dass Florian Arbenz grooven, also extrem treibend nach vorne spielen kann und die Zuhörer am liebsten mit den Fingern mitschnippen würden, zeigte er unter anderem bei der Komposition 'Groove Conductor'. Er behandelte sein um diverse Instrumente wie Kalimbas oder einen riesigen balinesischen Gong erweitertes Drumset wie ein vielschichtiges Melodieinstrument. Und wenn’s gar nicht mehr anders ging, dann pfiff er noch die normalerweise vom Sax geblasene Melodie. Damit schaffte Arbenz eine fast magische Stimmung. Das Publikum folgte gebannt jeder Volte des enorm einfallsreichen Perkussionisten und spendete am Ende den verdienten langen Beifall. Nach der Zugabe verspürte auch der Letzte im Saal ein Gefühl des Erleichterung darüber, dass er endlich wieder ein richtiges Konzert erleben durfte" - KLAUS GREIF, Münchner Merkur

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