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Palatino

Tempo (1998, Label Bleu)
Paolo Fresu (tp), Glenn Ferris (tb), Michel Benita (b), Aldo Romano (dr)

Anscheinend völlig zuverlässig und ohne Umwege fährt der Palatino die Strecke Paris-Rom-Paris. Heute an Bord: vier der besten Jazzmusiker der italienischen und französischen Szene, angeführt vom 60er-Jahre-Veteranen Aldo Romano. Wie dieses Quartett im Schnellzug durch die europäische Landschaft fliegt, behende und nüchtern, das ist kühler Jazz der besten Art: unaufdringlich leise, in abstrakter Heiterkeit, mit Air Condition und vollem Service. Keine nudelnden Saxophone, keine klimpernden Keyboards, keine schwirrenden Gitarren. Alles, was wir hören, sind zwei elegante Blechbläser, ein Kontrabass und ein Schlagzeug: geradlinig swingende 4-Minuten-Stücke, schlanke Klänge von Dämpfer und Jazzbesen, Reminiszenzen ans Mulligan-Baker-Quartett von 1954, Spurenelemente von Bebop, Volksmusik, Kontrapunkt und Orient. Heute, im Alltagsstress der trendigen und überladenen Soundkonzepte, haben wir uns diesen stillen, schlichten Reise-Komfort einfach mal verdient. Wunderbare Musik mit dem Groove des Jazz und der Abenteuerlust eines Kurzurlaubs, mit dem Flair romanischer Romantik und einer konzentrierten Wahrheit: Da vergeht die Reise natürlich wie im Flug. Und immer wieder erhascht man beim Blick aus dem Fenster einen Glanz vom Meer, kristallklar im Licht der mediterranen Sonne. Fahren Sie einfach mit.

Veröffentlicht 1999 in Fono Forum

©1999, 2007 Hans-Jürgen Schaal


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22.10.2020
Samstag, 24.10.: der Radio-Abend 20.15-21.00 NDR Info: Jazzmusiker spielen Beethoven 22.03-23.00 SWR2 Jazztime: Thad Jones

06.10.2020
09.10., NDR Info, 22.05 Uhr: JAZZ SPECIAL "ORIENTAL BLUE": Zum 100. Geburtstag von YUSEF LATEEF

06.10.2020
Thema Beethoven: BEETHOVEN UND DIE BLÄSER & BEETHOVENS JUGENDFREUND ANTON REICHA (2 Beiträge im Oktoberheft von BRAWOO)

23.09.2020
Über FLORIAN ARBENZ in Germering: "Allen Umständen zum Trotz ein großartiges Konzert. Dass Florian Arbenz grooven, also extrem treibend nach vorne spielen kann und die Zuhörer am liebsten mit den Fingern mitschnippen würden, zeigte er unter anderem bei der Komposition 'Groove Conductor'. Er behandelte sein um diverse Instrumente wie Kalimbas oder einen riesigen balinesischen Gong erweitertes Drumset wie ein vielschichtiges Melodieinstrument. Und wenn’s gar nicht mehr anders ging, dann pfiff er noch die normalerweise vom Sax geblasene Melodie. Damit schaffte Arbenz eine fast magische Stimmung. Das Publikum folgte gebannt jeder Volte des enorm einfallsreichen Perkussionisten und spendete am Ende den verdienten langen Beifall. Nach der Zugabe verspürte auch der Letzte im Saal ein Gefühl des Erleichterung darüber, dass er endlich wieder ein richtiges Konzert erleben durfte" - KLAUS GREIF, Münchner Merkur

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