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Rockidelity

Deep Purple: inFinite (2017)

Von Adrian Teufelhart

Eine Legende wie Deep Purple ist in der eigenen Geschichte gefangen. Diese Band kann und darf sich nicht mehr neu erfinden – und doch muss sie immer wieder für kleine Überraschungen gut sein, um nicht zu nerven. Die Gratwanderung ist den Hardrock-Senioren jedenfalls geglückt. Ihren alten Fans liefern sie wieder neue Grooves und neue Riffs in derselben Art, die schon immer Deep Purples Markenzeichen war.

Moment mal, habe ich diese Sätze nicht schon vor vier Jahren über das Vorgänger-Album geschrieben? Tatsächlich! Aber wie auch immer – es stimmt auch dieses Mal. Gemessen an den Selbstplagiaten, Studioabfällen und Resterampen, die uns andere Rock-Dinos als neue Alben verkaufen wollen, ist „inFinite“ eine geradezu handfeste, bodenständige Angelegenheit. Das 20. Studioalbum von Deep Purple bietet zehn kompakte Songs im bewährten Gitarre-plus-Orgel-Sound, mit einprägsamen Vokallinien und Refrains, interessanten Soli und zündenden Riffs. Die Grenzen zu Pathos, Kitsch und Kneipen-Sentimentalität werden nur ganz selten gestreift – nicht schlecht für eine Rockband, deren Mitglieder im Durchschnitt 69 Jahre alt sind! Es gibt sogar die eine oder andere Rosine zu finden: ein hübsches Moog-Solo, einen Taktwechsel zu ¾, ein dezentes Jazzfeeling – oder auch ein Wiederhören mit Ian Gillans Mundharmonika (im Doors-Cover „Roadhouse Blues“). Keines der Stücke jedenfalls ist ein Ausfall. Allerdings wird wohl auch keines Kult werden.

Erschienen in: Fidelity 32 (2017)
© 2017, 2019 Hans-Jürgen Schaal


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23.09.2020
Über FLORIAN ARBENZ in Germering: "Allen Umständen zum Trotz ein großartiges Konzert. Dass Florian Arbenz grooven, also extrem treibend nach vorne spielen kann und die Zuhörer am liebsten mit den Fingern mitschnippen würden, zeigte er unter anderem bei der Komposition 'Groove Conductor'. Er behandelte sein um diverse Instrumente wie Kalimbas oder einen riesigen balinesischen Gong erweitertes Drumset wie ein vielschichtiges Melodieinstrument. Und wenn’s gar nicht mehr anders ging, dann pfiff er noch die normalerweise vom Sax geblasene Melodie. Damit schaffte Arbenz eine fast magische Stimmung. Das Publikum folgte gebannt jeder Volte des enorm einfallsreichen Perkussionisten und spendete am Ende den verdienten langen Beifall. Nach der Zugabe verspürte auch der Letzte im Saal ein Gefühl des Erleichterung darüber, dass er endlich wieder ein richtiges Konzert erleben durfte" - KLAUS GREIF, Münchner Merkur

22.09.2020
25.09., 22.05 Uhr, NDR Info: OSCAR BROWN JR.

22.09.2020
Über das Solokonzert von FLORIAN ARBENZ in Germering: "Was Arbenz an differenzierter Sperrigkeit, intellektueller Herausforderung, aber auch an hingebungsvollem Raffinement bot, gehört einfach in die Rubrik perkussiver Extravaganz. Variantenreich schlägt und klopft, reibt und streichelt er sein umfangreiches Drum-Set, zu dem auch einige „neu erfundene Schlaginstrumente eines Freundes“ gehören, wie Arbenz zwischen den einzelnen Nummern erzählt. Bei ihm entwickeln sich die Stücke logisch, aus einer inneren Notwendigkeit heraus. Er gliedert den Puls, öffnet ihn, seziert ihn, um Rhythmen zu verdichten. Dann wieder bringt er Luft in diese improvisierten Kompositionen, lässt sie atmen und kommt damit dem menschlichen Herzschlag auf ganz besondere Weise näher. Impressionistische Zartheiten gehören ebenso zu seinen Ausdrucksmitteln wie kraftvolle Klanggewitter. So wurde es ein kurzweiliger Abend, voller Emotion und Intelligenz, mit reichlich Spiritualität, aber auch einer ordentlichen Portion Körperlichkeit. - JÖRG KONRAD, kultkomplott.de

22.09.2020
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG zum Konzert am 18.09.: "Just als TINEKE POSTMA im Flieger von Amsterdam nach München saß, um am Abend mit FLORIAN ARBENZ im Duo zu spielen, gab es eine neue Richtlinie: Alle Einreisenden aus den Niederlanden nach Deutschland müssen 1. bei ihrer Ankunft auf Covid 19 getestet werden und 2. so lange in Quarantäne, bis das Ergebnis des Tests vorliegt. Somit stand der Schweizer Schlagzeuger Florian Arbenz um 19.30 Uhr allein auf weiter Bühne des Orlandosaales der Stadthalle, während eine der besten europäischen Saxofonistinnen nur zweihundert Meter Luftlinie entfernt im Zimmer ihres Hotels festsaß."

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